Lesereihe „Wir Inländer*innen"
In der kleinen Stadt Lasseren im Emsland ist nicht viel los. Wer Arbeit sucht, kommt an Möllring, dem riesigen Geflügelschlachthof, nicht vorbei.
Für eine Handvoll Menschen beginnt dieser Montagmorgen mit großen Erwartungen. Sonia, alleinerziehende Mutter, hofft auf einen Job abseits vom Hühnchen-Zerlege-Fließband. Für die junge Ingenieurin Anna steht mit dem Testlauf eines neuen Automatisierungsverfahrens bei Möllring so gut wie alles auf dem Spiel. Merkhausen wiederum, zuständig für die Prozessoptimierung im Schlachtbetrieb, fiebert einem Date am Abend entgegen. Und dann ist da noch der geflüchtete Afghane Nassim, der sich in eine Affäre mit der zwanzig Jahre älteren Polin Justyna verstrickt und fest daran glaubt, dass seine Gedichte die deutsche Ausländerbehörde erweichen werden. Um diese zu übersetzen, ist Roshi, deutsch-iranische Autorin, extra aus Köln angereist.
Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi taucht ein in das Leben der kleinen Stadt und verknüpft die Geschichten von sechs Menschen zu einem mitreißenden Gesellschaftsroman über die Frage: Wie bleiben wir menschlich, wenn das Leben immer härter wird?
Die Lesung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Eintritt: 10 € (ermäßigt 5 €)