Lesefest in Osterfeld: Armer Siegfried

Das diesjährige Lesefest in Osterfeld, das dritte seiner Art, hat mächtig zugelegt: Der Top-Act, Frank Goosen in der Burg Vondern, war ebenso ausverkauft wie zahlreiche andere der rund 20 Veranstaltungen. Da nahm sich der Beitrag des Literaturhauses - eine Lesung aus drei verschiedenen Werken von Siegfried Lenz anlässlich seines 100. Geburtstages - richtig mickrig aus. Nur fünf ZuhörerInnen! Armer Siegfried!

Rainer
"Woche der Demokratie" in Oberhausen in 2026 auf zwei Wochen angewachsen

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Über 80 Organisationen der Stadtgesellschaft haben die diesjährige “Woche der Demokratie” in Oberhausen mitgetragen und mitgestaltet. Ein ermutigendes Zeichen in Zeiten wachsender antidemokratischer Tendenzen in der Gesellschaft. In mehr als 60 Veranstaltungen wurde die Vielfalt der Oberhausener Bevölkerung und das breite Engagement zur Verankerung demokratischer Rechte deutlich. Eine Woche reichte nicht aus, alle diese Aktivitäten unterzubringen. Deshalb war der Zeitraum vom. 13. bis zum 27. September auf ganze 2 Wochen angewachsen. Mit zwei Veranstaltungen hat sich das Literaturhaus beteiligt.

Rainer
Manifesta - ManifestO - Manifest

Alle 2 Jahre findet in einer europäischen Stadt das Kunstfestival “Manifesta” statt. Die 16. Manifesta hat sich in diesem Jahr die “Metropole Ruhr” zur Gastspielstätte erkoren. Die 5,8 Mio. Euro teure Veranstaltung entwickelte unter dem Titel „This is not a church“ in 4 Städten des Ruhrgebiets (Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen und Essen) kunst- und Nachbarschaftsprojekte in 10 aufgegebenen Kirchen. Oberhausen hat sich diesem Kunstfestival als Stadt eigenständig mit einem Begleitprogramm unter dem Titel “ManifestO” angeschlossen, in dem Kirchen als Kulturräume erfahrbar gemacht werden sollten. Eine ganz “handfeste” Veranstaltung war die Kooperationsveranstaltung von Literaturhaus und Stadtbibliothek. Mit dem Film des 15-jährigen Schülers Laurin Richarzhagen, “Die 100 Tage von Oberhausen”, und der Lesung des Schauspielers Klaus Zwick aus den Büchern von Christoph Schlingensief wurde diesem herausragenden Künstler und Sohn Oberhausens gedacht. Gute Idee, aber leider hat die Veranstaltung dann doch keinen Platz im ManifestO-Programm der Stadt gefunden. Warum eigentlich nicht?

Rainer
10 Jahre Sterkrader Lesesommer - Drei Dutzend Lesungen in 14 Tagen

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Fest im kulturellen Leben des Stadtteil verankert zeigte sich der Sterkrader Lesesommer in seinem 10. Jahr. 36 unterschiedliche Leseveranstaltungen an den unterschiedlichsten Orten - dem Marktplatz, der Eisdiele, dem Cafe, dem Jugendzentrum, der Kirche und und und - machten das Lesefest in seinem Jubiläumsjahr zum Ereignis. Das Literaturhaus war mit der ausverkauften Lesung der Bachmann-Preisträgerin Lena Schätte im Klumpen Moritz und mit einer Lesung zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz in der Eisdiele am Markt beteiligt.

Rainer
Mon Markt - Pariser Flair auf dem Altmarkt

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15 bildende und gestaltende KünstlerInnen - davon 6 aus Polen - haben zwischen dem 14. und 18. Juli auf dem Oberhausener Altmarkt gemalt, gehauen, gedruckt und gestaltet und ließen sich dabei über die Schulter schauen. Kunst wurde „in Aktion“ erlebbar. Der Altmarkt wurde für eine Woche zum Kunstmarkt und lud mit „Pariser Flair“ zum Verweilen, Staunen und Bewundern ein.
An zwei Tagen war das Literaturhaus mit einem lyrischen Programm dabei: Zwei Dutzend Kunstgedichte verdeutlichten die Verwandtschaft von Gedichtskunst, bildender Kunst, Musik und Tanz.
Am Samstag wurden dann eine Reihe der über die Woche entstandenen Kunstwerke im Rahmen eines Bühnenprogramms für einen guten Zweck versteigert. 850 € wurden der Kinderakademie der Kurbel für deren Kinder-Ferienprogramm übergeben.

Rainer
Frauengesundheitstage 2026: Surfen auf der Hitzewelle

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Zum dritten Mal fanden die die Frauengesundheitstage des Oberhausener Netzwerks Frauengesundheit in Kooperation mit dem Literaturhaus Oberhausen statt. Etwa 50 interessierten Gästen boten die Organisatorinnen ein unterhaltsames und informatives Programm rund um die Wechseljahre. Die Schauspielerin Angela Noack hatte aus der vielfältigen Literatur ein Kaleidoskop eindrücklicher Beschreibungen über die körperlichen und mentalen Empfindungen von Frauen in den Wechseljahren zusammen getragen. In lockerer Form befragte sie dabei die Ärztin Dr. Christine Gathmann nach Erklärungen für die Veränderungen in dieser Lebensphase. In einem zweiten Teil las Angela Noack dann aus dem Roman “Heiss” der Oberhausener Schriftstellerin Stefanie de Velasco, die die Suche von Frauen nach einem neuen inneren Gleichgewicht in diesem Übergang sehr plastisch geschildert hat. Ein sehr eindrucksvoller Abend.

Rainer
Filmpremiere: Die 120 Tage von Oberhausen

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Auf den Spuren Christoph Schlingensiefs hat der junge Filmemacher Laurin Richarzhagen einen Film über diesen großen Künstler der Stadt gedreht, der sich thematisch und stilistisch seinem Vorbild annähert.
"Kennt ihr Christoph Schlingensief?" - "Nöö. "- "Nie gehört." - "Wer ist das?"
Diese Szene aus dem Film zeigt, dass einer der bedeutendsten Künstler Oberhausens, der Filmemacher und Theaterregisseur Christoph Schlingensief, in Vergessenheit geraten ist, gerade bei jungen Menschen.
Dies will Laurin Richarzhagen ändern. Wie Schlingensief vor 50 Jahren hat ihn mit 13/14 Jahren die Leidenschaft fürs Filmemachen gepackt. Wie dieser hat Richarzhagen in einer verblüffenden Gradlinigkeit seinen Film in rund 120 Tagen gemacht.
In der 30 minütigen Montage aus Theaterfilm, Making-off und Dokumentation blitzt der schlingensiefsche Spaß an der Absurdität auf, gepaart mit Informationen und einer latenten Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen.
Das Premierenpublikum im voll besetzten Literaturhaus feierte den Regisseur und seine DarstellerInnen nach der Vorführung mit minutenlangem Beifall ab.

Die 120 Tage von Oberhausen, Farbe, digital, 34 Min.
Regie und Drehbuch: Laurin Richarzhagen
Darsteller*innen: Lara Lux, Tuana Gürsoy, Gerrit van de Straat, Joscha Katanek, Laurin Richarzhagen, Chiara Kramer

Rainer
Literarisches Duett präsentiert: Mythen und Historie

Das Literarische Duett: Janelle Pötzsch und Harald Obendiek

In der Vielfalt der 16 vorgestellten Bücher des diesjährigen Literarischen Duetts fand sich auch ein Kochbuch und ein Liebesroman. Der heimliche Schwerpunkt der aktuellen Auswahl von Janelle Pötzsch und Harald Obendiek lag jedoch bei mythischen Erzählungen und Themen - Vampire, die bezahnte Vagina, fliegende Hasen, eine kafkaeske Fabrik, geheimnisvolle Beziehungsgeflechte. Die literarischen Ausflüge ins Transzendente besitzen dabei nicht immer aufklärerische Impulse, sondern sind häufig auch Fluchtbewegungen aus der bedrohlichen Gegenwart, wie am Beispiel des norwegischen Nobelpreisträgers Jon Fosse gut erkennbar wurde. Die gegenwärtige Geschichte mit Krieg, Flucht und Unterdrückung war der korrespondierende zweite Schwerpunkt der vorgestellten Bücher, nicht notwendigerweise schwere Kost, sondern durchaus auch leichthändig oder satirisch überspitzt geschrieben. Die Empfehlungen des Abends: Catalin Dorian Florescu, Matei Entdeckt die Freiheit; Safia Al Bagdadi, Unser Haus mit Rutsche; Jürgen Mirow, Imperien im Kopf (Sachbuch). Die ganze Liste der vorgestellten Bücher finden Sie hier.

Rainer
Das 2. Frauen Literatur Festival war ein voller Erfolg

Gefüllte Ränge beim 2. Frauen Literatur Festival (für weitere Impressionen bitte auf das Bild klicken)

Vier von sechs Lesungsveranstaltungen - angefangen mit Judith Kuckart und würdig abgerundet mit Annett Gröschner - ausverkauft, intensive Diskussionen in 3 Literarischen Treffs mit Autorinnen-Portraits, insgesamt mehr als 320 BesucherInnen: Das 2. Frauen Literatur Festival war rundherum gelungen. Besonders hervorzuheben der Frauensalon des Literaturhauses, in dem die Salonieres die Instrumentalisierung von Frauen im männlichen Ränkespiel um Macht und Reichtum in einem satirischen Streifzug durch die Geschichte entlarvten. Als sehr große Unterstützung empfanden die Aktiven des Literaturhauses die zahlreichen Spenden, mit denen das Festival überhaupt erst ermöglicht wurde. Nach der vergeblichen Bemühung um öffentliche Fördermittel wurden 5000 € an privaten Spenden gesammelt. Ein großer Dank an alle SpenderInnen - eine solch große Wertschätzung der kulturellen Arbeit des Literaturhauses tut gut. Ein 3. Frauen Literatur Festival (als solches einzigartig in ganz Deutschland) wird es sicher geben.

Rainer
Frauen Literatur Festival geht in die 2. Runde

Das Literaturhaus wird vom 21. Januar bis zum 27. März Literatur von Frauen, für Frauen und über Frauen in den Mittelpunkt seiner literarischen Aktivitäten stellen. Erklärtes Ziel ist es, die auch in der Literatur bestehende Lücke in der Gleichstellung der Geschlechter zu schließen. 5 Autorinnen, der Frauensalon und drei Literarische Treffs zeigen, wie vielstimmig, epochal und analytisch Literatur von Frauen ist.
Das 2. Frauen Literatur Festival richtet sich erneut besonders, aber nicht ausschließlich an Frauen.
Ende des letzten Jahres haben wir erfahren, dass unsere Anträge zu Finanzierung des Festivals nicht erfolgreich waren. Wir haben beschlossen, es in jedem Fall durchzuführen und diese Lücke bis zum Ende des Festivals im März durch Spenden zu schließen. Wenn ihr also unsere Arbeit (und konkret das Festival) durch eine Spende unterstützen würdet, wäre das sehr, sehr schön!

Rainer